Die RStO 12 verlangt für jede Verkehrsfläche eine rechnerische Dimensionierung – in Plauen mit seinen tief eingeschnittenen Tälern und Lösslehmböden wird das schnell zum entscheidenden Faktor. Ein flexibler Oberbau aus Asphalt über ungebundenen Tragschichten verteilt die Radlasten gleichmäßig in den Untergrund, doch die Tragfähigkeit der anstehenden Verwitterungsböden schwankt auf kürzester Distanz erheblich. Wer hier auf eine fundierte Bemessung flexibler Fahrbahnen verzichtet, riskiert Verformungen, die bei den jährlichen Frost-Tau-Wechseln im Vogtland innerhalb weniger Winter sichtbar werden. Der CBR-Wert des Planums allein reicht nicht: erst die Verknüpfung von Laborparametern mit den Verkehrslastdaten liefert einen Aufbau, der die geforderte Nutzungsdauer erreicht. Für Erschließungsstraßen in Hanglagen kombinieren wir die Baugrunderkundung mit SPT, um die Schichtgrenzen des verwitterten Schiefers exakt zu erfassen, bevor die Dicken der Asphalt- und Tragschichten festgelegt werden.
Ein um 2 cm zu dünn bemessener Asphaltaufbau verkürzt die Nutzungsdauer einer Erschließungsstraße im Vogtland um bis zu 15 Jahre – die RStO-Dimensionierung ist kein Kostentreiber, sondern eine Lebenszyklus-Investition.



