Vor zwei Jahren standen wir an einem Hang am Rande des Plauener Stadtwaldes. Die Baugrube für ein Mehrfamilienhaus war ausgehoben, doch der anstehende Fels war unregelmäßig zerklüftet – der Bagger kam stellenweise kaum voran, einen Meter weiter war das Material weich. Der Bauherr brauchte Klarheit über die Tiefe des tragfähigen Horizonts. Wir haben die Situation mit seismischer Tomographie aufgelöst. Zwei Profile, ein Nachmittag Messzeit. Das Ergebnis: eine präzise Karte der Felsoberkante unter der Verwitterungszone. In Plauen mit seiner bewegten Geologie am Übergang vom Vogtland zum Erzgebirgsvorland ist genau das der Alltag. Diabas, Tonschiefer, aufgelockerte Zersatzzonen – die Abfolge wechselt auf kurze Distanz. Wer hier baut, braucht belastbare Daten aus der Tiefe. Die seismische Tomographie liefert sie, ohne einen einzigen Meter zu bohren. Wir kombinieren das Verfahren je nach Fragestellung mit einer CPT-Sondierung zur punktuellen Kalibrierung oder ziehen Schürfgruben heran, wenn die oberflächennahe Schicht zusätzlich beprobt werden soll.
Ein Hammerschlag, 24 Geophone und 15 Minuten Messzeit – danach wissen wir, wo in Plauen der Fels wirklich steht.



